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Balroom Bliss Soweto

Wir haben über mehr als zwei Jahre hinweg auf dieses Projekt hingearbeitet. In einer Zeit, in der Nachhaltigkeit, Gemeinschaft und Partizipation breit diskutiert werden, sich kultur- und förderpolitische Rahmenbedingungen jedoch permanent verändern und nachhaltiges Arbeiten dadurch zunehmend erschwert wird, sah sich unsere transkontinentale Zusammenarbeit im Kollektiv mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert – und keiner unserer Förderanträge war erfolgreich.

Umso bedeutungsvoller ist es für uns, dass es schließlich gelungen ist, Ballroom Bliss mit vereinten Kräften und mit Unterstützung der Exportförderung des Landes Nordrhein-Westfalen als Performance- und Community-Projekt in Soweto zu realisieren.

Gemeinsam mit Moeketsi Koena, Gaby Saranouffi, Thabiso Pule, Welcome Mlindzeleni Maphalala, Caroline Hlatshwayo, Lena Berger, unseren Kindern Simon und Moritz, dem wunderbaren Team von I’Trotra ART X Connection NPC sowie vielen helfenden Händen aus der Soweto-Community ist etwas ganz Besonderes entstanden. Unser besonderer Dank gilt zudem dem Goethe-Institut Johannesburg, das im Rahmen des Projekts einen Workshop ausgerichtet hat.

Ballroom Bliss wurde ein außergewöhnliches, emotionales und energiegeladenes Ereignis – eines, bei dem wir selbst Gäste waren und von der lokalen Community in Soweto getragen und unterstützt wurden.

Aus dieser gemeinsamen Arbeit ist der Film RONA entstanden. RONA ist ein kollektiver Film von deufert&plischke, realisiert in enger Zusammenarbeit mit Moeketsi Koena, Gaby Saranouffi und Thabiso Heccius Pule. Entlang der Künstler:innenporträts von Gaby Saranouffi und Moeketsi Koena bewegt sich der Film zwischen dem Alltag in Yeoville (Johannesburg) und dem Ballroom in Soweto.
Im Zentrum stehen Zusammenarbeit, geteilte Erfahrungen und Stimmen, die im Alltag oft überhört werden – insbesondere die von Frauen, Kindern und Familien vor dem Hintergrund zunehmender gender-based violence.
Der Film wurde produziert von deufert&plischke und I’Trotra ART X Connection NPC, in Koproduktion mit dem Pina Bausch Zentrum und mit Unterstützung des Goethe-Instituts Johannesburg realisiert.

Premiere:
RONA feiert seine erste öffentliche Vorführung am 7. März in der Bapedi Hall.
Der Film wird nicht online verfügbar sein, sondern exklusiv im Rahmen von Festivalvorführungen gezeigt.
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deufert&plischke verstehen sich seit 2001 als ein Künstler:innenkollektiv, das in wechselnden Konstellationen gearbeitet hat und Werke in Tanz, Theater, Film, Fotografie und Musik entwickelt. Ihre Projekte entstehen an den Schnittstellen dieser Disziplinen – und vor allem in den Zwischenräumen sozialer Interaktionen. Ihre künstlerische Praxis ist in Begegnungen, Beziehungen und kollektiven Erfahrungen verwurzelt.

In den letzten Jahren bestand das Kollektiv aus Kattrin, Thomas, Moritz und Simon Deufert, Lena Berger, Karen Zimmermann, Nilüfer Kemper, Philipp Czychon und Lea Gerschwitz. Von der spinnereischwelm, ihrem Studio in Nordrhein-Westfalen, aus entwickelt das Kollektiv Projekte, die auf langfristiger künstlerischer Recherche, nachhaltigen Kooperationen und internationalem Austausch basieren.

Anstelle kurzfristiger Interventionen setzt das Kollektiv auf dauerhafte Arbeitszusammenhänge und Partnerschaften mit Künstler*innen, Kulturinstitutionen und lokalen Kontexten. Langjährige Kooperationen verbinden ihre Praxis mit Kuopio und Oulu in Finnland sowie mit Los Angeles in den USA; zugleich befindet sich eine Partnerschaft mit Johannesburg in Südafrika im Aufbau. Diese Verbindungen bilden kontinuierliche Dialogräume und gemeinsame Produktionsprozesse über unterschiedliche soziale und geografische Kontexte hinweg.

Soziale Nachhaltigkeit steht im Zentrum der künstlerischen Arbeit des Kollektivs. Ihre Projekte entstehen grundsätzlich kollaborativ und durch kollektive sowie partizipative Arbeitsweisen, die unterschiedliche Communities aktiv einbeziehen.

Durch die enge Zusammenarbeit mit lokalen Partner*innen und Beteiligten wachsen die Projekte aus konkreten sozialen Zusammenhängen heraus und bleiben mit den Menschen und Orten verbunden, die sie prägen.
Ausgehend von der spinnereischwelm wurden Projekte unter anderem in Los Angeles, New York, Tel Aviv, Alexandria, Athen, Moskau, Wien, Graz, Istanbul, Oulu, Montreal, Rio de Janeiro, Curitiba, Bergen, Stamsund, Kopenhagen, Singapur, Kuopio, Warschau, Poznań, Prag, Žilina, Ljubljana, Zagreb, Barcelona und Madrid realisiert.


 

Projekte

Fountains

seit 2024

Dieses Happening wird an jeder Station, die es besucht, neu geschaffen. Das sich entwickelnde Thema ist die Fluidität der Körper, ihre Bewegung, ihr Fließen, ihr Ausgießen. «Fountains» ist teils Performance, teils Konzert, teils botanischer Garten und teils Maskentanz. Das Publikum ist eingeladen, seine eigenen Masken zu basteln, sie zu tragen, sich den Tänzen anzuschließen und sich mit den anderen Performern zu vermischen.

Familienangelegenheiten

seit 2023

Ausgehend von der Idee, dass die Familie die kleinste politische Zelle ist, in der täglich geklärt werden muss, wie man zusammenlebt, wie man gemeinsam Entscheidungen trifft und wie man auf eine sich ständig verändernde Welt reagiert, haben deufert&plischke zusammen mit befreundeten Künstler:innen begonnen, Geschichten von so vielen Familien wie möglich zu sammeln, gemeinsam zu tanzen und Ideen und Erinnerungen darüber auszutauschen, was eine Familie ist.

Stoffwechsel

seit 2023

In dieser partizipativen Performance spielt die Kleidung die Hauptrolle. Die finnische Kuratorin und Performerin Johanna Tuukkanen bewegt sich durch eine Landschaft aus Kleidung, Klängen und Worten, die in Zusammenarbeit mit deufert&plischke geschaffen wurde, und lädt das Publikum ein, gemeinsam mit ihr die Landschaft zu verändern, indem sie auf die wichtige Rolle der Kleidung im eigenen Leben hinweist.

A Worn World

seit 2020

«A Worn World» reist als offenes Modeatelier, sozialer Raum und generationsübergreifendes Gemeinschaftsprojekt durch die Welt. Designer:innen und Darsteller:innen arbeiten mit dem Publikum zusammen, sammeln Geschichten und Beziehungen, die Menschen durch ihre Kleidung und zu ihrer Kleidung mit sich herumtragen.

Just in Time

seit 2016

«Just in Time» ist ein Community Projekt, das mit dem Ziel begann, so viele Stimmen wie möglich aus der ganzen Welt zu sammeln, um die Geschichte der Beziehung der Menschen zum Tanz zu erzählen. In Workshops und Tanzbällen werden Briefe an den Tanz geschrieben und aufgeführt, in denen Lieblingsbewegungen geteilt oder Geschichten über das Leben der Menschen im Tanz erzählt werden. Seit 2016 wurden in mehr als 20 Städten über 2000 Briefe gesammelt ... und ein Ende ist nicht in Sicht.

(Übersehene) Künstlerinnen erfinden

seit 2004

Im gemeinsamen Fabulieren erfindet eine Gruppe von Künstler:innen, Kunstliebhaber:innen oder sogar ein ganzes Dorf eine Künstler:in, die aufgrund ihres Geschlechts, ihrer Herkunft oder ihrer Fähigkeiten vor Ort übersehen wurde. Dieses interdisziplinäre Projekt versucht das nahezu Unmögliche, die Lücken zu schließen, die durch Machtverhältnisse in der Kunstwelt entstehen.

Ballroom Bliss

since 2025

Mit Ballroom Bliss setzen deufert&plischke ihre einzigartige künstlerische Praxis fort, in der Tanz nicht nur Ausdruck, sondern auch Schaffung von Gemeinschaft ist. Seit über zwei Jahrzehnten verstehen sie Choreografie als soziale Kunstform – als einen Raum, in dem Gesellschaft nicht nur dargestellt, sondern gemeinsam erschaffen wird. Ihre neueste Produktion widmet sich der transformativen Kraft des gemeinsamen Tanzens und eröffnet einen Erfahrungsraum, in dem kollektive Bewegung neue Formen des Miteinanders hervorbringt.

Ballroom Bliss Handover (Soweto)

since 2025

Ballroom Bliss Handover marks the next step in deufert&plischke’s long-standing artistic practice, in which dance is understood not only as expression but as a generator of community. For over two decades, they have approached choreography as a social art form – a space in which society is not merely represented, but collectively created.
In this handover, the artists consciously pass the project on to other artists, opening Ballroom Bliss as a shared framework for new interpretations and embodiments. The first handover took place with the artists Gaby Saranouffi and Moeketsi Koena, who hosted a Ballroom event in the heart of Soweto.
Dedicated to the transformative power of dancing together, Ballroom Bliss Handover creates a space in which collective movement continues to generate new forms of togetherness – now shaped by multiple artistic voices and situated knowledges.

Films and Photography

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spinnereischwelm

Die spinnereischwelm ist ein eingetragener, gemeinnütziger Verein, der sich der Förderung aktueller Kunst im ländlichen Raum widmet. Mitten in Schwelm schafft der Verein einen offenen Möglichkeitsraum für künstlerische Praxis, Austausch und gesellschaftlichen Diskurs. Im Zentrum der Arbeit stehen Themen mit hoher gesellschaftlicher Relevanz: horizontale Arbeitsweisen im ländlichen Raum, die Lebensrealitäten von Frauen auf dem Land, prekäre Lebens- und Arbeitsbedingungen sowie Fragen von Körper, sexueller und geschlechtlicher Identität. Die spinnereischwelm e.V. entwickelt ihre Projekte oft gemeinsam mit den Bewohner*innen von Schwelm – in einem partizipativen Prozess, der die Perspektiven und Erfahrungen der Menschen vor Ort einbezieht. Zu den jüngsten Projekten zählt Fountains, eine künstlerische Auseinandersetzung mit Körpergrenzen und dem Tabu der Körperflüssigkeiten, die im ehemaligen Freibad von Schwelm, dem Schwelmebad Fragen nach Intimität, Scham und gesellschaftlichen Normen verhandelte.

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Förderer & Partner

Die Arbeit von deufert&plischke I spinnereischwelm wird durch zahlreiche Förderpartner ermöglicht und unterstützt, darunter die Spitzenförderung Tanz des Landes Nordrhein Westfalen und die Kunststiftung NRW.
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